Bärlauch | www.sacki-survival.de

Bärlauch-Verwechslungsgefahr
von Kai Sackmann (Sacki)

Bärlauch wird immer und immer beliebter. Und so machen sich im Frühjahr etliche Menschen in schattige Laub- und Mischwälder auf, um den frischen Bärlauch zu ernten. Die grünen duftenden Waldteppiche sind schon von Weitem zu riechen und man muss einfach nur ihrem Duft folgen. Nicht selten ist dieser Knoblauchgeruch jedoch das einzig bekannte Erkennungsmerkmal des Bärlauch. Und so kommt es immer wieder vor, das ein Kräutersammler auch einmal die falschen Blätter mit nach Hause nimmt.

Es gibt mehrere giftige Pflanzen die mit dem Bärlauch verwechselt werden können. Oftmals aber nur aus Unwissenheit und mangelnder Vorbereitung, denn so ähnlich sehen sich die Pflanzen gar nicht. Man sollte sich jedoch ein wenig mit dem Thema beschäftigen und sich die entsprechenden Pflanzen etwas genauer anschauen.

Die Blütezeit des Bärlauch ist von April bis Mai. In dieser Zeit sind die schönen weißen Blüten ein sehr gutes Erkennungsmerkmal und schließen Verwechslungen nahezu aus. Für die Verwendung in der Küche, sollte man die Pflanze jedoch vor ihrer Blütezeit sammeln. Ihr Geschmack ist dann deutlich intensiver. Es ist somit viel wichtiger die Blätter des Bärlauch genau zu kennen, denn häufig wachsen verwechselbare Pflanzen inmitten der Bärlauchteppiche.

Stacks Image 701
Stacks Image 702
Stacks Image 703
Stacks Image 704
Wichtigstes Merkmal: Jedes Bärlauchblatt wächst einzeln gestielt aus dem Boden (aus einer kleinen Zwiebel). Die Blätter sind länglich, lanzenförmig und häufig seitlich herabhängend. Die Blattunterseite ist matt und etwas heller gefärbt als ihre Oberseite. Der kurze Stängel besitzt in seinem Querschnitt eine halbkreisförmige bis abgerundet-dreieckige Form.
Stacks Image 48
Stacks Image 51
Natürlich ist auch der typische Knoblauchgeruch des Bärlauch ein sehr gutes Erkennungsmerkmal. Alle verwechselbaren Pflanzen besitzen diesen nicht. Allerdings geht dieser Knoblauchgeruch beim Sammeln rasch auf die Finger des Sammlers über. Riecht man dann an versehentlich falsch gesammelten Blättern, so werden auch diese scheinbar nach Knoblauch riechen!


Mit dem Bärlauch immer wieder verwechselte Pflanzen:

1. Maiglöckchen (giftig!):
Am häufigsten wird der Bärlauch mit dem Maiglöckchen verwechselt. Dabei kann es zu schweren Vergiftungen kommen, da das Maiglöckchen hochgiftige Herzglycoside enthält. Besonders in ganz jungem Zustand sind die Blätter leicht einmal mit denen des Bärlauch zu verwechseln.

Bestes Unterscheidungsmerkmal sind die Wuchsformen. Am Stängel des Maiglöckchen sind nahezu immer 2 Blätter zu finden. Sie umfassen den Stiel am Blattgrund. Die Blätter des Bärlauch sind dagegen immer einzeln gestielt. Die größte Verwechslungsgefahr besteht, wenn die jungen Maiglöckchen gerade erst aus dem Boden sprießen. Dann erscheinen sie häufig wie einzeln gestielte Blätter, solange sich das jeweils zweite Blatt noch nicht richtig entfaltet hat. Hier kann man jedoch am untersten Teil der Stiele rötlich gefärbte Niederblätter (dünne Häutchen) erkennen, die die Stängel und Laubblätter umhüllen.
Stacks Image 705
Stacks Image 706
Stacks Image 707
Stacks Image 708
Zur besseren Unterscheidung auch hier noch einmal Detailaufnahmen von Blatt und Stängel des Maiglöckchen. Die Blattform kann je nach Art länglicher oder rundlicher sein. Die Blattunterseite des Maiglöckchen ist glänzend, während der Bärlauch eher eine stumpfe und heller gefärbte Blattunterseite besitzt. Der Stängel des Maiglöckchen hat einen runden Querschnitt, der des Bärlauch eine halbkreisförmige bis abgerundet-dreieckige Form (wie oben bereits gezeigt!).
Stacks Image 274
Stacks Image 332
2. Herbstzeitlose (giftig!):
Die Herbstzeitlose wächst häufig auf Wiesen, ist aber auf lichten Stellen im Wald zu finden. Daher war sie des Öfteren auch schon für schlimme bis tödliche Vergiftungen verantwortlich. Erste Anzeichen einer Vergiftung sind Kratzen und Brennen im Hals, gefolgt von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. 15 bis 40 g Herbstzeitlose können für einen Erwachsenen bereits tödlich wirken. Bestes Erkennungsmerkmal ist auch hier wieder die Wuchsform der Pflanze. Während Bärlauchblätter einzeln gestielt sind, wachsen die Blätter der Herbstzeitlose ungestielt aus einer Rosette. Häufig kann man im Innern schon eine Knospe erkennen.
Stacks Image 710
Stacks Image 711
Stacks Image 888
Stacks Image 1052
3. Aronstab (giftig!):
Der Aronstab ist eine tödlich giftige Pflanze, die nicht selten inmitten des Bärlauch wächst. Von der Blattform her ist der Aronstab eher nicht mit dem Bärlauch zu verwechseln, denn die Blätter sind deutlich pfeilartig geformt.

Der Aronstab kann schon beim bloßen Berühren unangenehme Hautrötungen verursachen. Beim Verzehr der Blätter kann man ein leichtes Prickeln auf der Zunge verspüren. Durch Kochen verliert die Pflanze etwas von ihrer Giftigkeit.
Stacks Image 70
Stacks Image 76
Ist man beim Sammeln unaufmerksam und greift achtlos zum Aronstab, kann es zu schweren Vergiftungen kommen. Diese Gefahr besteht besonders bei den ganz jungen Blättern des Aronstab, da sie noch ungefleckt sind. Man sollte also schon ganz genau hinsehen. Dann sind die dunkler gefärbten Blätter des Aronstab jedoch deutlich von den Blättern des Bärlauch zu unterscheiden. Und auch die Blattformen sind sehr gut auseinander zu halten.
Stacks Image 78

Hier eines von Sackis YouTube-Videos zum Thema "Bärlauch". In diesem Video bereitet er eine Würzpaste aus frischem Bärlauch zu und legt Bärlauch-Knospen in Essig ein. Viel Spaß beim Anschauen.

Wenn Du mehr über essbare Wildpflanzen erfahren möchtest, empfehlen sich folgende von Sackis Bücher!

top